MFI-Zinsstatistik für April 2013 – Bauzinsen unverändert

Donnerstag den 6.06.2013

Wie die von der EZB veröffentlichten MFI-Zinsstatistik für die Euro-Zone im April 2013 zeigt, sind die Zinsen für Baukredite mit einer anfänglichen Zinsbindung von mehr als zehn Jahren auf dem gleichen Zinsniveau wie im März dieses Jahres geblieben. Der durchschnittliche Zinssatz lag dabei auf 3,34 Prozent p.a., das Neugeschäftsvolumen für Baufinanzierungen mit der genannten Zinsbindung lag im April bei 16,74 Milliarden Euro für den gesamten Euroraum, und ist damit abermals gestiegen.

Noch im März 2013 hatte das Neugeschäft für Wohnungsbaukredite mit einer anfänglichen Zinsbindung von mehr als zehn Jahren bei 15,04 Milliarden Euro gelegen, im April des vergangenen Jahres hat das Neugeschäftsvolumen sogar bei nur 11,56 Milliarden Euro gelegen.

Einen leichten Anstieg von einem Basispunkt gab es indes bei den Baukrediten mit variabler Verzinsung oder einer anfänglichen Zinsbindung von bis zu einem Jahr. Hier lag der Zinssatz im April 2013 auf 2,87 Prozent p.a., bei einem Neugeschäftsvolumen von 12,34 Milliarden Euro nach 11,39 Milliarden Euro im März dieses Jahres. Im April 2012 hatte das Neugeschäft mit einem Kreditvolumen von insgesamt 12,53 Milliarden Euro höher gelegen als ein Jahr später.

Die Bauzinsen sind damit unverändert günstig, Baukredite nehmen vor allem mit einer langen Zinsbindung wieder an Fahrt auf, wovon im Nachzug auch die Baubranche in der Euro-Zone profitieren dürfte. Wie lange die positive Entwicklung der Zinsen anhalten wird, ist derzeit nicht zu sagen. Da die Bauzinsen sich, anders als Zinsen für Ratenkredite, nicht am Leitzins orientieren, sondern an der DGZF-Pfandbriefkurve, kommt es bei der Zinsentwicklung für Baufinanzierung nicht auf den Hauptrefinanzierungssatz für Banken an. Dies bedeutet zugleich, dass ein sinkender Leitzins nicht automatisch auch weiter sinkende Bauzinsen zur Folge hat, die Entwicklung der Zinsen für Baukredite könnte stattdessen sogar gegenläufig verlaufen.

Deshalb ist es für zukünftige Bauherren und Wohnungskäufer auch weiterhin empfehlenswert, sich neben einer Direktfinanzierung vorab möglicherweise nach  einem Forward-Darlehen umzusehen, um sich die günstigen Zinsen für Baufinanzierungen auch für einen späteren Baubeginn zu sichern. Und es ist nach wie vor wichtig, sich für den Baukredit oder die Immobilienfinanzierung eine möglichst lange Zinsbindung zu sichern. Möglicherweise mögen Baudarlehen mit einer kürzeren Bindung der Zinslaufzeit zwar auch mit verlockend niedrigen Zinsen daherkommen, doch spätestens in ein paar Jahren droht dann der finanzielle Kater, wenn plötzlich deutlich mehr für die Anschlussfinanzierung hingeblättert werden muss, als es anfangs beim Baukredit der Fall war. Und: ein Zinsvergleich ist unerlässlich, weshalb das Nutzen eines Baufinanzierungsrechners fast schon zum Standard gehören sollte bei der Suche nach einem günstigen Baukredit.


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